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Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda

St. Annen und das Kloster der Augustiner-Eremiten

 Die St. Annenkirche ist die alte Bergmannskirche der Eisleber Neustadt, die sich auf der westlichen Anhöhe der über tausendjährigen Stadt Eisleben erhebt. 1514 wurde auf Geheiß des Grafen Albrecht VII. von Mansfeld-Hinterort der Grundstein gelegt. Am 13. Januar 1516 wurde der Chorraum durch den Erzbischof Albrecht von Magdeburg und Mainz geweiht. An die St. Annenkirche schließt sich das Gebäude des 1516 gegründeten Augustinerklosters mit seinen 5 schönen altfränkischen Mönchskammer-Giebeln und das Pfarrhaus an. Acht Augustinermönche bezogen das Kloster.
1515 wurde auf Empfehlung des Generalvikars Staupitz der Magister und Prediger Caspar Güttel statt nach München als Prior des Klosters St. Annen in die Neustadt Eisleben berufen. Vorher war er als Magister an der Universität Leipzig sowie als Prediger in Ehrenfriedersdorf und Zwickau tätig. 1514 war er dem Augustinerkloster in Neustadt/Orla beigetreten. Mit ihm als Prediger wurde die St. Annenkirche die erste evangelische Kirche im Mansfelder Land. Hier wurde auch die erste evangelische Schule eingerichtet. 1523 wurde Güttel von Graf Albrecht als evangelischer Prediger an die St. Andreaskirche berufen. Güttel wurde — von Luther als „heimlicher Superattendent” bezeichnet — der „Reformator des Mansfelder Landes”.
Für den Gottesdienst schrieb er die von Luther durchgesehene Mansfelder Agende.
Als Distriktsvikar hielt sich D. Martin Luther mehrmals im Augustinerkloster von St. Annen auf. 1520 tagte hier der General- konvent der Augustiner in Gegenwart des päpstlichen Legaten Carl von Miltitz. Staupitz legte an diesem Ort sein Amt als Generalvikar der Augustiner nieder. Das Kloster wurde schon 1523 aufgelöst und hat so als einziges der 12 Klöster im Mansfelder Land den Bauernkrieg überstanden.

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