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Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda

500 Jahre St. Annen - Ablauf: 

Bischöfin Ilse Junkermann10.00 Uhr Festgottesdienst mit der Landesbischöfin Ilse Junkermann in der St. Annenkirche

Eisleben St. Annen Rinckartsaalanschließend Imbiss und Jubiläumsfest auf dem Annenkirchplatz

14.00 Uhr Konzert mit den „Dresdner Stadtpfeifern“ in der St. Annenkirche

500 Jahre St. Annenkirche und Augustiner-Eremiten-Kloster - Geschichte 

Eisleben St. AnnenKein Geringerer als der spätere Kardinal Albrecht weihte am 13. Januar 1516 den Chorraum der St. Annenkirche, der Kirche für die Berg- und Hüttenleute der Eisleber Neustadt. Auch Graf Albrecht IV. von Mansfeld Hinterort war anwesend. Die auf Pergament geschriebene Einweihungsurkunde befindet sich noch in unserem Archiv.

Eisleben St. Annen InnenraumIm gleichen Jahr wurde das Kloster in Anwesenheit von Johannes Staupitz, Generalvikar der Augustiner Eremiten, und Martin Luther, Distriktsvikar des Ordens, geweiht. Es war der Fronleichnamstag, der 22. Mai 1516, als Luther während der Prozession vor dem Anblick des in der Hostie gegenwärtigen Leibs Christi so heftig erschrak, dass er vor Angst vor dem strafenden Gott zusammenbrach. Staupitz riet ihm, die Zweifel am gnädigen Gott aufzugeben, weil Christus nicht schrecke, sondern tröste – ein zentraler reformatorischer Gedanke, den Luther in der Entwicklung seines Glaubens aufnahm.

1520 tagte in St. Annen der Generalkonvent der Augustiner-Eremiten in Gegenwart des päpstlichen Legaten Carl von Miltitz. Unter dem Einfluss des Ablassstreites legte Staupitz sein Amt nieder. Der letzte Prior des Klosters, Caspar Güttel, entsagte 1522/23 dem monastischen Leben, er wurde der erste evangelische Pfarrer im Mansfelder Land. Auch die anderen Mönche verließen das Kloster.
Neben dem Lutherhaus in Wittenberg, das allerdings mehrfach umgebaut wurde, stellt unser Augustiner-Eremitenkloster das einzige Zeugnis der Augustiner Eremiten im Spätmittelalter in Mitteldeutschland dar.

Das heutige Klostergebäude ist nahezu bauzeitlich, die einzigen erhaltenen Mönchszellen aus der Lutherzeit befinden sich in den 5 Zwerchhäusern des Dachgeschosses.

(Dr. Joachim Rost)
 

 

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